Wie man frischgebackene Eltern in den Wahnsinn treibt!

Vor kurzem war ich im Supermarkt, Lilly hatte an der Kasse absolut keine Lust mehr zu warten, sie meckerte was das Zeug hielt, während ich immer flotter meine Einkäufe auf das Band legte (naja, warf)! Hinter mir eine ältere Dame, die sich Lilly bereits mit hochgezogenen Augenbrauen anschaute und mir, ja Madame, ich bekomme immer alles mit, einen strafenden Blick nach dem anderen zuwarf. Mein Einkaufswagen war leer und ich konnte Lilly kurz zur Stille bewegen. Die passende Gelegenheit für die Kinderkennerin mir einen grandiosen Hinweis zu geben. „Sie hat Hunger, deshalb schreit sie!“ 


Wäre ich bei Noah noch so unsicher gewesen, dass ich ihr erklärt hätte, wann ich das letzte Mal gestillt habe, dass ich mich doch immer kümmere und das es vielleicht der Bauch sei oder allgemeine Unzufriedenheit, so habe ich gelernt in solchen nervigen Situationen einfach cool zu sein. Ich habe sie angestrahlt und geantwortet „Gut das Sie mir das sagen, das hatte ich völlig vergessen. Das letzte Mal hat sie vor 3Tagen gegessen!“. 


Vielleicht hat es bei diesem Mal die falsche Frau abbekommen, denn sie hat meine Ironie durchaus verstanden, aber ich hasse es inzwischen vermeintlich gut gemeinte Ratschläge von selbsternannten Babykleinkindexperten zu bekommen! 

Anfangs bekommt man doch schon Schweißausbrüche allein bei dem Gedanken mit einem Baby die eigenen vier Wände zu verlassen. Nie zuvor wurde man als erwachsener, mündiger Mensch so bevormundet wie als frischgebackene Eltern. Ein lautstark weinendes Baby ist immer ein Fall von Überforderung der Erziehungsberechtigten, denn die Kinder der anderen haben nie so geweint und auch sofort durchgeschlafen. (Schlaf ist ja sowieso eines der Lieblingsthemen aller Hobbykleinkindpädagogen.)

Ich glaube die meisten Leute meinen es überhaupt nicht böse wenn sie einem ungefragt Ratschläge geben, es ist die Vielzahl, die eigene riesige Unsicherheit und die Sorge tatsächlich etwas falsch zu machen, die das ganze so unerträglich erscheinen lassen. Dazu kommt das nicht jeder der irgendwann in seinem Leben mal etwas mit Kinden zu tun hatte, sofort Profi auf dem Gebiet ist. Zeiten, Erziehungsstile und Ansichten ändern sich, Erziehung ist individuell und persönlich und so sollte sie auch bleiben! 


Wobei ich auch sagen muss, dass ich sehr froh über manche Ratschläge war und bin, wenn ich danach gefragt habe!

Ich werde mich auf jeden Fall selbst beobachten und versuchen einer jungen Mama lieber freundlich zuzulächeln, denn das braucht man manchmal einfach viel mehr!

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Ein Gedanke zu “Wie man frischgebackene Eltern in den Wahnsinn treibt!

  1. Ich muss sagen das ich die Erfahrung gemacht habe immer mehr Verständnis entgegen gebracht zu bekommen und tatsächlich auf super viele Leute unterwegs stoße die versuchen mir zu helfen indem sie Milo ansprechen oder versuchen ihn abzulenken oder lächeln und etwas verständnisvolles sagen wie „ach ja die Zeit in der sie Zähne kriegen ist auch wirklich anstrengend“ oder „das kenne ich noch gut unser Kind war auch so“ was mich kurz vorm Schweißausbruch oder entnervten verlassens des Ladens abhält und komplett wieder runter holt denn was man selbst vielleicht für unmöglich hält Miteinkäufern zuzumuten ist oft garnichts so schlimm für sie, vielleicht auch weil sie wissen das sie dem nicht lange ausgesetzt sind aber auch nur so. Bei Maya wurde ich auch oft noch komisch angeschaut wenn sie einen Wutanfall hatte oder keine Lust mehr auf einkaufen etc. Heute sehe ich ständig Kinder bei denen ich denke pur gut es gibt noch andere denen es ähnlich geht oder sogar noch schlimmer😂. Heute erst nahm mir eine Frau sogar meinen jonglierten Karton mit Lebensmitteln ab und packte ihn aufs Kassenband da ich ja auch noch Maya und den Kinderwagen hatte und in der Stadt nur eins schieben konnte- Einkaufs oder Kinderwagen 🙈 da ich meinen Wagen nirgendwo stehen lasse nahm ich natürlich keinen Einkaufswagen aber brauchte dennoch einiges daher eine super nette Geste!

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