Das Thema mit dem Familienbett…

Vor ein paar Tagen hat eine bekannte MamaSeite in einem sozialen Netzwerk auf die Ferber Methode hingewiesen. Kommentare gab es dazu in rauen Mengen und auch ich konnte meine virtuelle Klappe nicht halten und musste kommentieren. 

Das was ich jetzt schreibe, ist meine Meinung, wenn ihr eine andere habt, völlig ok, aber für uns und unsere Kinder gilt das was wir denken. 

Die Ferber-Methode ist die, die in dem „Jedes Kind kann schlafen lernen“-Buch propagiert wird. Noah war ein seeeehr schwieriger Schläfer und mir wurde dieses Buch tatsächlich damals von einigen Leuten empfohlen. Ich habe es mir dann gekauft, weil ich keine Ahnung davon hatte, wofür ich da Geld verschwende. 

Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass ich nie mehr als dreißig Seiten dieses „Werks“ gelesen habe, da mir selbst übel geworden ist, bei dem was ich gesehen habe. Das „Schlaftraining“, wie es im Buch vorgestellt wird, geht auf Prof. Richard Ferber zurück, der Direktor des Zentrums für kindliche Schlafstörungen am Bostoner Kinderkrankenhaus war und dessen Methode der Coautor von Annette Kast-Zahn, Hartmut Morgenroth, in den USA kennen gelernt hatte. Ferber suggeriert, dass Ein- und Durchschlafprobleme die Ursache elterlichen Fehlverhaltens sind, sie verwöhnen ihr Kind zu sehr und deshalb schläft es nicht durch.

Bei der „Ferber-Methode“ wird das Kind, wenn es nachts weint, kurz verbal beruhigt und dann verlässt die Bezugsperson das Zimmer wieder für einen gewissen Zeitraum, bevor sie wieder hineingeht und wieder verbal beruhigt. Die Abstände zwischen dem Betreten des Zimmers werden sukzessive vergrößert, unabhängig vom Verhalten des Kindes. Nach einer Weile schläft das Kind wieder ein und braucht, so die Theorie, schließlich keine Beruhigung mehr, wenn es aufwacht, sondern findet alleine wieder in den Schlaf. 

Wenn das Kind so schlimm weint, dass es sich vor Panik und Angst erbricht, soll man es säubern und den Raum wieder verlassen. Vielleicht auch mehrfach…

Soll ich weiter berichten? Ich glaube es reicht, oder? 

Es gibt ganz sicher Familien in denen Kinder besser ihre eigene Ruhe finden, wenn sie in ihrem eigenen Bett schlafen. Es gibt genügend Eltern die keinen ruhsamen Schlaf finden, wenn sie ein Kind im Bett haben. Aber es gibt keinen einzigen Grund auf der Welt seinem Kind sowas anzutun, wie diese abartige Methode! 

Mir fällt dazu wieder ganz klar ein, dass kein Tier so grauenvoll sein könnte, wie Menschen es sind. Keine Tiermama der Welt würde ihr Baby aus dem Nest packen und sich selbst überlassen!

Bei uns wurde es in den letzten Tagen wieder eng im Bett,denn der kranke Noah brauchte nächtliche Nähe und ich würde sie ihm niemals verwehren, da lass ich mir lieber elterliches Fehlverhalten vorwerfen! Ich würde dem wertvollsten Schatz den ich besitze niemals Leid antun!

Im Internet gab es einen Brief dazu:

 Liebste Mami,

ich bin ganz durcheinander. Ich bin daran gewöhnt, in deinen weichen, warmen Armen einzuschlafen.

Jede Nacht liege ich eng an dich gekuschelt; nah genug um deinen Herzschlag zu hören, nah genug um deinen wunderbaren Duft zu riechen.

Ich sehe dein schönes Gesicht an, während ich allmählich in den Schlaf gleite, sicher und geborgen in deiner liebevollen Umarmung.

Wenn ich aufwache, weil mein Magen knurrt, meine Füße kalt sind oder ich Deine Nähe brauche, bist du sofort bei mir und es dauert nicht lange, bis ich wieder tief und fest schlafe.

Aber seit letzter Woche ist alles anders geworden…
In dieser Woche lief es jede Nacht so:
Du hast mich in mein Kinderbett gelegt, mich mit der Bettdecke zugedeckt und mir einen Gute-Nacht-Kuss gegeben.
Und dann hast du das Licht ausgemacht und bist weggegangen.
Zuerst war ich verwirrt und habe mich gefragt, wo du hin bist.
Schnell wurde mir angst und bange und ich habe nach dir gerufen.
Ich habe gerufen und gerufen, nach dir, Mami.
Aber du bist nicht gekommen!
Ich war so traurig, Mami, ich habe mich so sehr nach dir gesehnt.
Ich habe noch nie vorher so starke Gefühle gehabt.
Wo bist du hin?
Irgendwann bist du zurückgekommen!
Oh, was war ich glücklich und erleichtert, dass du wieder da warst!
Ich hatte schon gedacht, du hast mich für immer verlassen!
Ich habe dir meine Arme entgegengestreckt, aber du hast mich nicht hochgenommen.
Du hast mir noch nicht einmal in die Augen geschaut.
Du hast mich mit diesen warmen, weichen Armen wieder hingelegt, sagtest nur: „Shhhh, jetzt ist Schlafenszeit.“ und bist wieder weggegangen.
Das wiederholte sich mehrmals, wieder und wieder…
Ich weinte und rief nach dir und nach einer immer längeren Zeit bist du endlich zurückgekommen, hast mich aber nicht in die Arme genommen.
Nachdem ich eine ganze Zeit geschrien hatte, konnte ich nicht mehr und musste aufhören.
Mein Hals tat einfach zu sehr weh.
Mein Kopf dröhnte und mein kleiner Magen hat geknurrt.
Am schlimmsten aber schmerzte mein Herz.
Ich konnte einfach nicht verstehen, warum du nicht kommst?
Nach mehreren solchen Nächten, die sich für mich unendlich anfühlten, habe ich aufgegeben.
Du kommst nicht, wenn ich schreie, und wenn du irgendwann doch endlich kommst, siehst du mir nicht einmal in die Augen, geschweige denn, nimmst du meinen zitternden, schluchzenden, kleinen Körper in die Arme.
Das Schreien tut zu weh, um es sehr lange weitermachen zu können.
Ich verstehe es einfach nicht, Mami.
Während des Tages, wenn ich hinfalle und mir den Kopf stoße, nimmst du mich hoch und küsst meinen Schmerz weg.
Wenn ich hungrig bin, stillst du mich oder gibst mir zu essen.
Wenn ich zu dir krabble, um geknuddelt zu werden, liest du meine Gedanken, nimmst mich hoch, küsst mein kleines Gesicht und sagst mir, dass ich etwas ganz besonderes für dich bin und wie sehr du mich liebst.
Wenn ich dich brauche, bist du sofort für mich da.
Aber in der Nacht, wenn es dunkel und still ist und mein Nacht-Licht komische Schatten an die Wände wirft, verschwindest du.
Ich kann schon sehen, dass du müde bist, Mami.
Aber ich liebe dich so sehr, ich möchte einfach nur nah bei dir sein. Das ist alles.
Jetzt bin ich ruhig in der Nacht…
Aber ich vermisse dich trotzdem – immer noch!
Wie seht ihr das und was sagt ihr zu solch schwarzer Pädagogik?

12 Gedanken zu “Das Thema mit dem Familienbett…

  1. … Ich glaube, dass dieses Thema genau so eine „Never-Ending-Story“ ist, wie das Thema „Impfen“!
    Ich selbst habe dieses Buch niemals gelesen und werde auch definitiv niemals Geld für so einen Schwachsinn ausgeben. Allerdings hatten wir als Eltern tatsächlich auch mal die Nase voll, dass unser Sohn jede verdammte (*sorry) Nacht zu uns kommt. Und das nicht erst in den Morgenstunden sondern gern auch Ca eine Stunde nachdem er eingeschlafen war. Ich wollte einfach mein Bett wieder für mich haben, man will doch auch mal wieder Paar sein 🤔 Bei unserem Sohn fing es tatsächlich mit 1,5 Jahren an, dass er partout nicht mehr bei sich schlafen wollte. Teils habe ich nachgegeben und ihn direkt bei uns schlafen sein und … Ja ☝🏻️… Ich habe ihn auch einmal ausgeschimpft. Er war so perplex, dass direkt Ruhe war. Am nächsten Abend das gleiche Ritual; aber er hörte nicht auf zu weinen und ich habe ihn tatsächlich heulen lassen. Bin immer wieder rein und habe ihn getröstet. Nach 15 Minuten hat er mir alles vollgekotzt 🙄 Bett, Teppich, Tapete, sich selbst … da war das Projekt für mich persönlich beendet. Mittlerweile schläft er im Beisein von mir oder meines Mannes prima bei sich ein, kommt aber immer noch rüber. In 5 Wochen bekommt er ein Schwesterchen und ganz ehrlich … es ist mir mittlerweile völlig egal, das er immer noch rüber kommt 😁 Im Gegenteil… Ich genieße das sogar!

    Ich bin übrigens auch ein Besucherritzen-Kind und auch ich habe den Absprung geschafft!!!

    Es gibt da ja noch so eine nette Dame die sich Autorin schimpft. Diese „knufft“ die Kinder um sie zum liegenbleiben zu zwingen. Meiner Meinung nach Körperverletzung 😏 ✌🏼️

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  2. Ich habe mir überhaupt keine Bücher gekauft, auch wenn Leo mein/unser erstes Kind ist.
    Die Intuition allein reicht aus, mir zumindest!
    Leo war vom ersten Tag an in ihrem eigenen Bettchen.
    Erstens geht Familienbett bei uns nicht wegen dem Wasserbett, zweitens passte ein Beistellbett nicht an die Seite wegen Platzmangels und drittens musste Clemens ja auch wieder arbeiten und ich bin da ehrlich, wollte das er genug Schlaf bekommt.
    Ich bin bei jedem kleinsten Geräusch wach geworden, obwohl ich mir am Anfang auch dachte „Ob man das wohl hört?“
    Und ja, man hörts! Mehr als genug und das ohne Babyphone.
    Ich bin auch nicht der Typ der sich überall Panik machen lässt oder ständig über SIDS nachdenkt.
    Leo wollte auch nie im Arm einschlafen oder auf einem von uns. Von Beginn an nicht. Sie wurde nur ruhig wenn sie auf einer Decke lag und man sie sanft schaukelt. Sie hat erstaunlicherweise auch von Beginn an super geschlafen. Meist bis 3/4 Uhr, dann bin ich zum Stillen zu ihr und sie hat instant weitergeschlafen.
    Heute fühlt sie sich mit 8 Monaten super wohl in ihrem Bett, kennt ihr Zimmer, schläft komplett durch, wach morgens mit einem wahnsinns Grinsen auf wenn man reinkommt.
    Sie bleibt Abends bei uns bis sie schläft und wird dann rübergetragen. Wir hatten bisher nur eine!! Nacht in der sie auf einmal aus nicht erklärlichen Gründen geweint hat, da sind wir beide rüber und haben sie gekuschelt und getragen und geschaukelt, gestillt.. und dann war auch das wieder gut!
    Glaub da muss man halt auf sein Kind „hören“ und das beachten was es möchte. Wer das nicht rauslesen kann, macht sowieso irgendwas falsch 😉

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    1. Genau das meine ich! Bei euch klappt es auf eure Art optimal und genau dann ist es auch richtig, auch wenn es nicht die Schlafvariante ist, die wir haben;) Ich finde es halt immer nur enorm wichtig die Bedürfnisse des Kindes zu beachten und diese niemals zu brechen, wie es solche Methoden tun!
      Ich muss sagen, nachdem ich damals bei Noah ständig und überall ach so kluge Ratschläge gehört habe, war ich nicht so selbstbewusst wie inzwischen und habe immer gedacht das ich viel falsch mache und habe aaaalllles gelesen was mir unter die Finger kam;) Und 99,9% haben mich dann wieder darin bestätigt doch gar nicht so schlecht zu handeln und der lachende kleine Mann zeigt es mir auch jeden Tag;)

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  3. Unser Bett ist zum Glück😉 mit 2×2 m plus Babybay recht groß😉. Sara hat fast nie bei uns geschlafen. Nur kurz nach ihrer Lungenentzündung und der Woche im Krankenhaus. Sie hat immer im Babybay, im drangebastelten Gitterbett oder im normalen Kinderbett geschlafen. Sie krabbelt erst morgens früh zu uns rüber. Emma hat von 4 Mo bis drei Jahren permanent zwischen uns geschlafen. Wir fanden das besser so und sie vermutlich auch. Seit einem Jahr hat sie in unserem Schlafzimmer ihr eigenes Bett. Wenn sie nachts wach wird, kommt sie zu uns. Das ist völlig ok. Für den Notfall haben wir mitttig auch eine Unterlage drunter;)
    Es ist völlig ok. Einschlafen soll sie aber in ihrem Bett. Anfangs wollte sie immer eine Hand haben. Jetzt lesen wir eine Geschichte vor. Sie kriegt ein Buch und ihr Nachlicht. Die Schlafzimmertür ist nie ganz zu. Und alle Kinder schlafen mit uns im gleichen Raum-noch zumindest.
    Linus schläft im Babybay oder im Urlaub zwischen uns. In der Stillzeit war das praktischer. Und jetzt braucht er das einfach noch.
    Demnächst sind die Kinderzimmer fertig. Wahrschleinlich aber vorerst nur zum spielen und anziehen. Und das ist auch gut so.
    Es gibt viele Paare, die meinen man könne kein „richtiges“ Paar mehr sein, wenn das Kind mit im Schlafzimmer schläft. Völliger Quatsch. Wir haben nach Emma noch zwei weitere Kinder bekommen. Die beiden haben wir nicht via Internet bestellt;)!

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    1. Keine EbayKinder?;)
      Ich lese das bei dir mit der Stillzeit, für mich ist es auch so super praktisch das Kind nachts dann direkt neben mir zu haben, ist vielleicht auch einfach Faulheit, aber so können wir beide sofort schlafen wenn Lilly gesättigt ist;)

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  4. Wahhh, wenn ich deine „Zusammenfassung“ von dem Buch lese, muss ich auch reiern! „Saubermachen und wieder hinlegen!“ Hallo, gehts noch? Unsere Tochter schläft auch seit ihrem 3. Monat alleine in ihrem Zimmer. WEIL SIE ES KANN! Sie schläft auch seit Geburt durch. WEIL SIE ES KANN! Aber damit ist sie eine verdammte Ausnahme! Und wir verlassen das Kidnerzimmer nicht, eh sie nicht eingeschlafen ist! Jetzt bauen wir mit Babygittern eine Schneise zwischen Kinder- und Schlafzimmer (liegen sich gegenüber), damit sie, sollte sie doch mal nachts wach werden, zu uns rüber kommen kann, wenn sie will. Aber bei uns gilt ganz klar: ein waches und schon gar nicht weinendes Kind wird nicht allein in seinem Zimmer gelassen zum Schlafen :´( grausame Methode!

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    1. Die Schneise will ich sehen;) Das sieht bestimmt witzig aus;)
      Ich seh das auch so, wenn es funktioniert dann ist es doch ideal und wenn eben nicht, wie bei uns, dann läuft es anders! Nur weinen muss kein Kind und Ängste haben sowieso nicht 😉

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      1. Die eine Seite ist schon fertig (Büroecke mit Babygitter eingeschlossen). Für die andere Seite haben wir bisher kein Babygitter gefunden. Brauchen eins in 1,50m 😉 Dann kann sie gerade durchlaufen, ohne dass ich Angst haben muss, sie geht in Küche/Wohnzimmer. Sie schiebt gern Stühle und klettert da rauf. Dementsprechend kommt sie an Fenstergriffe :/

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